Quanten.de Diskussionsforum

Quanten.de Diskussionsforum (http://www.quanten.de/forum/index.php5)
-   Theorien jenseits der Standardphysik (http://www.quanten.de/forum/forumdisplay.php5?f=4)
-   -   Gedanken eines Laien (http://www.quanten.de/forum/showthread.php5?t=3830)

Timm 29.09.20 08:40

AW: Gedanken eines Laien
 
Zitat:

Zitat von Nachdenker (Beitrag 93747)
Ich glaube, das Problem liegt darin, dass man dem Teilchen eine Eigenschaft aufpfropft die es gar nicht besitzt.
Es könnte ja sein, dass diese Eigenschaft nicht dem Teilchen innewohnt, sondern von aussen kommt. Sie erscheint ja nur, wenn ein Teilchen mit anderen eine Wechselwirkung eingeht, bei der die Heisenbergsche Unschärfe eine Rolle spielt. D.h. ohne Wechselwirkung, keine Welle. Auch David Bohm hat durch die Einführung eines externen Führungsfeldes versucht, dieses Problem zu lösen. Manche sagen auch, das Verhalten bei einer derartigen Wechselwirkung erzeugt emergente Eigenschaften, d.h. etwas das erst durch die Wechselwirkung entsteht und durchaus sehr reale Eigenschaften darstellt. Unsere ganze Welt besteht aus emergenten Eigenschaften.
Was könnte das sein, dass hier von aussen auf die Teilchen einwirkt?
Machen wir einen gedanklichen Purzelbaum und fragen uns, welche Eigenschaften müsste dieses Etwas haben, das von aussen zur Verfügung gestellt wird?
Es müsste im gesamten Raum immer vorhanden sein, denn Wechselwirkungen passieren im gesamten Universum. Es müsste instantan zur Verfügung stehen und es müsste masselos und energielos sein, denn diese Wechselwirkungen verbrauchen und erzeugen keine Energie. Es muss daher auch nicht-lokal sein. Was steht denn da so zur Verfügung?
Ich glaube es ist der Raum, das Vakuum selbst. Das Vakuum hat die inhärente Eigenschaft virtuelle Systemzustände immer dort anzubieten, wo sie benötigt werden. Virtuelle Systemzustände könnte man auch als eine imaginäre Wellenfunktion bezeichnen, die sich bei einer Wechselwirkung in mögliches Verhalten realisiert.
Diese Vorstellung sieht das Teilchen immer als Teilchen. Wechselwirkungen erzeugen neue Möglichkeiten die in einer universellen Wellenfunktion emergent im Raum vorhanden sind. Diese könnte man auch als virtuelle Information bezeichnen. Der Raum wäre damit die Ursuppe in der nicht nur virtuelle Teilchenpaare (Masse/Energie), sondern auch virtuelle Information schwimmt.
Die Mathematik muss man nicht ändern. Da bleibt alles beim Alten. Die Frage ist vielmehr, gibt es eine Möglichkeit diese neue Vorstellung zu verifizieren? Ich wäre für Vorschläge dazu sehr dankbar.

Ich bin nicht sicher, ob ich das verstanden habe. Welche Eigenschaft wird dem Teilchen aufgepfropft?

Geht darum, dass dass ein Quantenobjekt vor der Messung die Eigenschaft Ort nicht hat?

TomS 29.09.20 10:05

AW: Gedanken eines Laien
 
Ich denke, man sollte zunächst mal von dem Begriff "Teilchen" verabschieden.

Außerdem sollte man präzisieren, was man mit "Eigenschaften" meint. Es gibt "gemessene Eigenschaften" und es gibt - zumindest mathematisch - "existierende Eigenschaften" des Quantensystems an sich. Beide sind sicher nicht identisch.

Timm 29.09.20 15:08

AW: Gedanken eines Laien
 
Zitat:

Zitat von TomS (Beitrag 93790)
Ich denke, man sollte zunächst mal von dem Begriff "Teilchen" verabschieden.

Eins nach dem andern. Warten wir doch ab, ob @Nachdenker seine Vorstellung präzisiert.

Nachdenker 11.10.20 12:50

AW: Gedanken eines Laien
 
Das ist völlig richtig. Trotzdem wird bei einer Wechselwirkung (konjugierte Variablen) eine Wahrscheinlichkeitsdichte - Struktur als neue emergente Realität geschaffen, die räumlich nicht begrenzt ist. D.h. grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit ein Teilchen an einem Ort anzutreffen erst im Unendlichen Null. Oder verstehe ich da etwas falsch?

TomS 11.10.20 18:58

AW: Gedanken eines Laien
 
Du verstehst einiges falsch.

Zitat:

Zitat von Nachdenker (Beitrag 93834)
Das ist völlig richtig. Trotzdem wird bei einer Wechselwirkung (konjugierte Variablen) eine Wahrscheinlichkeitsdichte - Struktur als neue emergente Realität geschaffen, die räumlich nicht begrenzt ist. D.h. grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit ein Teilchen an einem Ort anzutreffen erst im Unendlichen Null. Oder verstehe ich da etwas falsch?

Konjugierte Variablen haben nichts mit einer Wechselwirkung zu tun; sie sind ein rein mathematisches Werkzeug.

Dass eine Wahrscheinlichkeitsdichte auftritt ist kein emergentes Phänomen; man führt die Wellenfunktion zunächst rein mathematisch ein.

Ob die Wahrscheinlichkeit räumlich begrenzt ist oder nicht, hängt vom konkreten System ab.


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 08:41 Uhr.

Powered by vBulletin® Version 3.8.8 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2024, vBulletin Solutions, Inc.
ScienceUp - Dr. Günter Sturm