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Timm 19.08.18 09:20

VWI im Alltag
 
Zugegeben, schon der Titel ist eine Provokation und diese Geschichte erst recht "unsäglich":

Er hat das Ticket für die morgige Bahnfahrt ohne Platzreservierung. Zuvor macht er ein Experiment. Er' findet Spin up, Er'' Spin down. Er' und Er'' teilen dieselbe Erinnerung. Am nächsten Tage steigen sie in den gleichen Zug, nicht in denselben. Er' fragt sich, welchen Platz wohl Er'' ergattert hat. Er'' fragt sich, welchen Platz wohl Er' ergattert hat. Fortan lebt jeder in seiner Welt, begegnen werden sie sich nie.

Aber viele Autoren sprechen von den "Vielen-Welten" oder den "Many-Worlds", wie der zuletzt häufig zitierte Jean Carroll. Und ich denke schon, daß ihnen bewußt ist, daß die Bezeichnung "Many-Words" für manche Leute verstörender ist, als von einer "Relative State Formulation" zu sprechen.

Was, abgesehen von "unsäglich", ist an der Geschichte zu beanstanden?

soon 19.08.18 09:56

AW: VWI im Alltag
 
Zitat:

Zitat von Timm (Beitrag 88612)
Was, abgesehen von "unsäglich", ist an der Geschichte zu beanstanden?

Die VWI spielt im dem Bereich zwischen zwei Ereignissen, zu der die bisherige Physik keinen Zugang hat. Diesen Umstand sollte man nicht aus den Augen verlieren.

Timm 19.08.18 14:52

AW: VWI im Alltag
 
Zitat:

Zitat von soon (Beitrag 88613)
Die VWI spielt im dem Bereich zwischen zwei Ereignissen, zu der die bisherige Physik keinen Zugang hat. Diesen Umstand sollte man nicht aus den Augen verlieren.

Was heißt das konkret bezogen auf die Geschichte?

soon 19.08.18 23:37

AW: VWI im Alltag
 
Zitat:

Zitat von Timm (Beitrag 88615)
Was heißt das konkret bezogen auf die Geschichte?

Konkret soll das heissen, dass die Geschichte die Ausgangssituation nicht angemessen darstellt und in einen nicht angemessenen Bereich verschiebt.

Doppelspaltexperiment - Emissionsereignis - Detektionsereignis. Was zwischen den beiden Ereignissen geschieht weiss ich nicht, weiss die Physik nicht und vielleicht geht es mich auch gar nichts an.

Der riesige Sprung durch die Übertragung in unseren Alltagsbereich führt nur zu Missverständnissen, imho.

Wenn ich bei jedem Ereignis, zwischen heute und morgen, zu dem ich eine Wahrscheinlichkeitsangabe machen kann, 'Verzweigungen" annehme, dann hat Er morgen vermutlich mehr Doppelgänger als es Atome in der Milchstrasse gibt. Die Auswahl von Er' und Er'', bei denen die weitere Entwicklung nahezu identisch verlief, erscheint dann willkürlich.

Bernhard 20.08.18 07:37

AW: VWI im Alltag
 
Man kann auch noch fragen, woher die Natur weiß, dass sie den ganzen und nicht den halben Er duplizieren muss. Die Auswahl der Systemgrenze wird bei der VWI AFAIK nicht angegeben.

Timm 20.08.18 08:27

AW: VWI im Alltag
 
Zitat:

Zitat von soon (Beitrag 88617)
Konkret soll das heissen, dass die Geschichte die Ausgangssituation nicht angemessen darstellt und in einen nicht angemessenen Bereich verschiebt.

Wie wäre die Ausgangssituation angemessen dargestellt?

Zitat:

Zitat von soon (Beitrag 88617)
Wenn ich bei jedem Ereignis, zwischen heute und morgen, zu dem ich eine Wahrscheinlichkeitsangabe machen kann, 'Verzweigungen" annehme, ...

Die Verzweigung der beiden Zustände entsteht bei der Messung.
Die Superposition
(Er';Detektor';Teilchen Spin up) + (Er'';Detektor'';Teilchen Spin down) verzweigt sich in die kausal getrennten Welten. Carroll:
Once our quantum superposition involves macroscopic systems with many degrees of freedom that become entangled with an even-larger environment, the different terms in that superposition proceed to evolve completely independently of each other. It is as if they have become distinct worlds — because they have.

soon 20.08.18 14:30

AW: VWI im Alltag
 
Zitat:

Zitat von Timm (Beitrag 88619)
Die Verzweigung der beiden Zustände entsteht bei der Messung.
Die Superposition
(Er';Detektor';Teilchen Spin up) + (Er'';Detektor'';Teilchen Spin down) verzweigt sich in die kausal getrennten Welten.

Das Verschränkungsbeispiel, finde ich, ist unglücklich gewählt, weil es auch bzw. nur mit einem Detektor funktioniert.

Müsste das nicht eher so aussehen:

(Er;Detektor;Teilchen Spin up) + (Teilchen Spin down)
oder
(Er;Detektor;Teilchen Spin down) + (Teilchen Spin up) ?

Timm 21.08.18 15:03

AW: VWI im Alltag
 
Zitat:

Zitat von soon (Beitrag 88626)
Das Verschränkungsbeispiel, finde ich, ist unglücklich gewählt, weil es auch bzw. nur mit einem Detektor funktioniert.

Müsste das nicht eher so aussehen:

(Er;Detektor;Teilchen Spin up) + (Teilchen Spin down)
oder
(Er;Detektor;Teilchen Spin down) + (Teilchen Spin up) ?

"Oder" ist Kopenhagen, dann bleibt's bei einer Welt.
Die Vielen Welten bedingen ein "und" und damit die Superposition von Beobachter, Detektor und Teilchen.

Timm 21.08.18 15:08

AW: VWI im Alltag
 
Zitat:

Zitat von Bernhard (Beitrag 88618)
Man kann auch noch fragen, woher die Natur weiß, dass sie den ganzen und nicht den halben Er duplizieren muss.

Ich vermisse den smiley oder war das ernst gemeint?

TheoC 21.08.18 15:12

AW: VWI im Alltag
 
Zitat:

Zitat von Timm (Beitrag 88630)
"Oder" ist Kopenhagen, dann bleibt's bei einer Welt.
Die Vielen Welten bedingen ein "und" und damit die Superposition von Beobachter, Detektor und Teilchen.

Zumindest dann, wenn das "er" sich entsprechend den Regeln der Quantenphysik verhält, bzw. das "Bewusstsein" sich gemäß den pysikalischen Gestzen verhält, was imho nich bewiesen ist, und bei der Sache ein weitere, nicht besprochenes, Axiom darstellt.


lg
Theo


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