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-   -   "Das Universum als zellulärer Automat" (http://www.quanten.de/forum/showthread.php5?t=3461)

sirius 23.11.18 00:41

"Das Universum als zellulärer Automat"
 
Ein Interview mit dem niederlaendischen Physiker und Nobelpreistraeger von 1999 Gerardus ‘t Hooft

https://www.spektrum.de/news/zellula...chanik/1532835

Zitat:

Ich glaube, dass alle Naturgesetze vollkommen deterministisch sind. Nichts geschieht ohne Grund.
Ich teile diese Einschaetzung, dass nichts ohne den entsprechenden Hintergrund und Zusammenhang ablaeuft.

Zitat:

Viele Wissenschaftler zitieren die Definitionen von Bell – mit denen ich nicht ganz einverstanden bin – und behaupten deshalb, in meinem Modell müsste sich Information in der Zeit zurückbewegen. Doch das scheint nur so, wenn man die starken Wechselwirkungen zwischen den Zellen nicht versteht. Wir müssen endlich versuchen zu begreifen, wie sich Information zeitlich entwickelt und ausbreitet.
Sind Zeiteinheiten nicht nur ein "Hilfskonstrukt", das es ermoeglicht, Ablaeufe innerhalb von Raeumen darzustellen?

Zitat:

Eventuell müssen wir erst die Gravitation besser verstehen, um unsere Probleme zu lösen.
Ich denke auch, dass wir noch nicht genug ueber diese "schwache Kraft" wissen.

Liegt es nicht nahe eine Verbindung zum "dunklen Bereich" zu vermuten?

ghostwhisperer 08.12.18 16:50

AW: "Das Universum als zellulärer Automat"
 
Herr t Hooft geht rein von der Quantenmechanik aus und argumentiert sehr abstrakt.
Ich finde, wenn man von einer quantisierten Geometrodynamik ausgeht, ist ohnehin alles eng gekoppelt..
Grüße, ghosti

JoAx 09.12.18 13:39

AW: "Das Universum als zellulärer Automat"
 
Kann mir jemand erklären, warum t'Hoft im Kontext der Bohmschen Mechanik von parallelen Welten spricht?
Oder im Kontext der Bell-Theoreme vom freien Willen?

I'm a little bit disappointed.

sirius 09.12.18 19:18

AW: "Das Universum als zellulärer Automat"
 
Zitat:

Zitat von ghostwhisperer (Beitrag 89625)
Herr t Hooft geht rein von der Quantenmechanik aus und argumentiert sehr abstrakt.
Ich finde, wenn man von einer quantisierten Geometrodynamik ausgeht, ist ohnehin alles eng gekoppelt..
Grüße, ghosti

Hier zwei Links

https://www.spektrum.de/lexikon/phys...vitation/11859

Zitat aus dem nachfolgenden Link, Seite 27

Zitat:

Auf der fundamentalen Ebene der Quantengravitation ist die
Zeit völlig verschwunden. Nur unter wohldefinierten speziellen
Umständen ergibt sich ein approximativer Zeitbegriff, der mit
dem Zeitbegriff in der Relativitatstheorie übereinstimmt
http://www.heisenberg-gesellschaft.d...esentation.pdf

ghostwhisperer 09.12.18 19:57

AW: "Das Universum als zellulärer Automat"
 
Zitat:

Zitat von sirius (Beitrag 89650)

Jaaa und?? Was habe ich übersehen? Ich weiß momentan nicht, worauf du hinaus willst, sorry..

sirius 09.12.18 20:21

AW: "Das Universum als zellulärer Automat"
 
Zitat:

Zitat von ghostwhisperer (Beitrag 89652)
Jaaa und?? Was habe ich übersehen? Ich weiß momentan nicht, worauf du hinaus willst, sorry..

Ich hab nur Links angefuegt, fuer diejenigen, die nachlesen wollen - so wie ich :)

Zum Thema Zeit macht man sich halt Gedanken.
Und Multiversen stehen ja auch noch im Raum. :D

TomS 09.12.18 22:50

AW: "Das Universum als zellulärer Automat"
 
Zitat:

Zitat von JoAx (Beitrag 89638)
Kann mir jemand erklären, warum t'Hoft im Kontext der Bohmschen Mechanik von parallelen Welten spricht?

Ich denke, er meint die Wellenfunktion bzw. das Quantenpotential, der/dem ja unabhängig von den Teilchen eine reale Existenz zugesprochen werden kann.

Zitat:

Zitat von JoAx (Beitrag 89638)
Oder im Kontext der Bell-Theoreme vom freien Willen?

Bell-Experimente sind theoretisch anfällig für subtile Hintertürchen.

Eines davon wurde kürzlich geschlossenen, nämlich die Frage der unabhängigen und freien Wahl. Die Bell-Experimente gehen davon aus, dass der Experimentator die Orientierung der Polarisatoren unabhängig voneinander sowie unabhängig von der Polarisation der Photonen frei wählen kann. Soweit ich mich erinnern kann, wurde die Orientierung der Polarisatoren nun in Abhängigkeit zufällig registrierter Photonen aus dem All gewählt, d.h. jede verborgene, lokale Abhängigkeit oder Korrelation zwischen Experimentator, Polarisatoren und Photonen konnte so ausgeschlossen werden; ein möglicherweise nicht freier, determinierte Wille des Experimentators ist nicht länger relevant.

Es verbleibt als winziges Schlupfloch, dass das gesamte Universum vollständig determiniert ist, sogar die aus entgegengesetzten Richtungen registrierten Photonen.

JoAx 10.12.18 00:08

AW: "Das Universum als zellulärer Automat"
 
Zitat:

Zitat von TomS (Beitrag 89662)
Ich denke, er meint die Wellenfunktion bzw. das Quantenpotential, der/dem ja unabhängig von den Teilchen eine reale Existenz zugesprochen werden kann.

Ich verstehe trotzdem nicht, was das mit Realisierung aller denkbaren Möglichkeiten in parallelen Welten (a'la Viele Welten de facto) zu tun hat. So, wie ich die Bohmsche Mechanik verstanden habe, ist sie die "konservativste" Interpretation, die es gibt. Ich glaube, ein Vertreter dieser Interpretation wäre entschieden gegen solche Aussagen. :D

Ich mag jetzt echt nicht glauben, dass die Aussage von t'Hoft derart verfälscht wurde. :confused:
Zitat:

Zitat von TomS (Beitrag 89662)
Es verbleibt als winziges Schlupfloch, dass das gesamte Universum vollständig determiniert ist, sogar die aus entgegengesetzten Richtungen registrierten Photonen.

Wieder - nur, wenn ich die BM korrekt verstanden habe - da ist das Universum es mit Sicherheit, dank des "Quantengleichgewichts".

Na ja, wie auch immer, jetzt rutscht wohl t'Hoft's Galtonbrett auf die konservativste Stelle in meinem "Rating". Ich weiß auch nicht.

Hawkwind 10.12.18 00:30

AW: "Das Universum als zellulärer Automat"
 
Zitat:

Zitat von JoAx (Beitrag 89663)
Ich verstehe trotzdem nicht, was das mit Realisierung aller denkbaren Möglichkeiten in parallelen Welten (a'la Viele Welten de facto) zu tun hat. So, wie ich die Bohmsche Mechanik verstanden habe, ist sie die "konservativste" Interpretation, die es gibt. Ich glaube, ein Vertreter dieser Interpretation wäre entschieden gegen solche Aussagen. :D

Ja eigenartig, Bohms Mechanik ist doch eine deterministische Theorie, die den statistischen Charakter der Vorhersagen auf unbekannte Anfangswerte verborgener Parameter schiebt. Da ist vielleicht bei der Übersetzung geschlampt worden? Das Interview wird wohl auf Englisch gewesen sein.

sirius 10.12.18 02:39

AW: "Das Universum als zellulärer Automat"
 
Zitat:

Zitat von TomS (Beitrag 89662)
Ich denke, er meint die Wellenfunktion bzw. das Quantenpotential, der/dem ja unabhängig von den Teilchen eine reale Existenz zugesprochen werden kann.


Bell-Experimente sind theoretisch anfällig für subtile Hintertürchen.

Eines davon wurde kürzlich geschlossenen, nämlich die Frage der unabhängigen und freien Wahl. Die Bell-Experimente gehen davon aus, dass der Experimentator die Orientierung der Polarisatoren unabhängig voneinander sowie unabhängig von der Polarisation der Photonen frei wählen kann. Soweit ich mich erinnern kann, wurde die Orientierung der Polarisatoren nun in Abhängigkeit zufällig registrierter Photonen aus dem All gewählt, d.h. jede verborgene, lokale Abhängigkeit oder Korrelation zwischen Experimentator, Polarisatoren und Photonen konnte so ausgeschlossen werden; ein möglicherweise nicht freier, determinierte Wille des Experimentators ist nicht länger relevant.

Es verbleibt als winziges Schlupfloch, dass das gesamte Universum vollständig determiniert ist, sogar die aus entgegengesetzten Richtungen registrierten Photonen.

Hier ein Experiment, das die Physiker Greenberger, Horne und Zeilinger entwickelt haben.

https://de.wikipedia.org/wiki/GHZ-Experiment

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