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-   -   Geschwindigkeit von Licht in entgegengesetzten Richtungen gleich? (http://www.quanten.de/forum/showthread.php5?t=3858)

Quantum Of Justice 26.11.20 23:42

Geschwindigkeit von Licht in entgegengesetzten Richtungen gleich?
 
Hallo Internet

Man kann die Lichtgeschwindigkeit nur mit einer Messuhr und einem Spiegel messen, ist das korrekt? Weil man zwei Messuhren nicht ohne die relativistischen Effekte perfekt Synchronisieren kann.

D.h. wir wissen nur der Durchschnittsgeschwindigkeit von A nach B und wieder zurück B nach A. Aber ob es auf den hinweg schneller war als auf dem Rückweg kann man nicht herrausfinden heut zutage.

Stimmt das soweit? Einwände?

TomS 27.11.20 14:40

AW: Geschwindigkeit von Licht in entgegengesetzten Richtungen gleich?
 
Grundsätzlich kann man immer nur die durchschnittliche Geschwindigkeit bestimmen.

Eine Richtungsabhängigkeit könnte man durch kompliziertere Lichtwege untersuchen. Allerdings bliebe immer noch der Einwand bestehen, dass ausschließlich geschlossene Lichtwege betrachtet werden.

Hawkwind 27.11.20 16:14

AW: Geschwindigkeit von Licht in entgegengesetzten Richtungen gleich?
 
Zitat:

Zitat von TomS (Beitrag 94106)
Grundsätzlich kann man immer nur die durchschnittliche Geschwindigkeit bestimmen.

Eine Richtungsabhängigkeit könnte man durch kompliziertere Lichtwege untersuchen. Allerdings bliebe immer noch der Einwand bestehen, dass ausschließlich geschlossene Lichtwege betrachtet werden.

Ich hatte mal kurz die Möglichkeit erwogen, in die Mitte zwischen beiden Uhren einen Sender zu platzieren, der ein Lichtsignal in beide Richtungen zu beiden Uhren sendet. Bei Empfang werden diese jeweils auf 00:00 Uhr gestellt. Diese Synchronisation funktioniert aber natürlich auch nur, wenn man Richtungsunabhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit voraussetzt.

In der Praxis reicht es wohl aus, beide Uhren an demselben Ort zu synchronisieren und die eine dann sehr langsam zum Zielort zu bewegen.

Als "perfekte Synchronisation" würde man das wohl eher nicht verstehen. Ich würde dem User "Quantum Of Justice" also zustimmen.

Quantum Of Justice 27.11.20 16:31

AW: Geschwindigkeit von Licht in entgegengesetzten Richtungen gleich?
 
Zitat:

Zitat von TomS (Beitrag 94106)
Grundsätzlich kann man immer nur die durchschnittliche Geschwindigkeit bestimmen.

Eine Richtungsabhängigkeit könnte man durch kompliziertere Lichtwege untersuchen. Allerdings bliebe immer noch der Einwand bestehen, dass ausschließlich geschlossene Lichtwege betrachtet werden.

Die Begriffe komplizierte und geschlossene Lichtwege kenne ich noch nicht.

Zitat:

Zitat von Hawkwind (Beitrag 94107)
Ich hatte mal kurz die Möglichkeit erwogen, in die Mitte zwischen beiden Uhren einen Sender zu platzieren, der ein Lichtsignal in beide Richtungen zu beiden Uhren sendet. Bei Empfang werden diese jeweils auf 00:00 Uhr gestellt. Diese Synchronisation funktioniert aber natürlich auch nur, wenn man Richtungsunabhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit voraussetzt.

In der Praxis reicht es wohl aus, beide Uhren an demselben Ort zu synchronisieren und die eine dann sehr langsam zum Zielort zu bewegen.

Als "perfekte Synchronisation" würde man das wohl eher nicht verstehen. Ich würde dem User "Quantum Of Justice" also zustimmen.

Ja genau Hawkwind, dass ist der Punkt. Es bleibt immer entweder ein Messfehler oder ein "unter nie bestätigte wissenschaftlich anerkannte Annahme".

Ich hab folgende Idee, sie geht wahrscheinlich nicht, weil ja sonst schon jemand vor mir das Vorgeschlagen hätte. Aber ich weiss nicht wieso. Ihr könnt es mir aber Erklären :)

Die Idee ist folgende:
Zwei Messuhren räumlich getrennt für eine Distanz/Zeit-Messung des Lichtes
könnte wie folgt Synchronisiert werden: Mit verschränkten Teilchen, z.B. Photonen, auf die beiden Messuhren verteilen, und dort eine Messung des Spins durchführen, und die Synchronisation auf die Messung triggern, weil ja beide Teilchen zum genau gleichen Zeitpunkt "in die Welt gerufen werden" und somit auch ihre Eigenschaft.

Hawkwind 27.11.20 16:44

AW: Geschwindigkeit von Licht in entgegengesetzten Richtungen gleich?
 
Zitat:

Zitat von Quantum Of Justice (Beitrag 94108)
Die Begriffe komplizierte und geschlossene Lichtwege kenne ich noch nicht.



Ja genau Hawkwind, dass ist der Punkt. Es bleibt immer entweder ein Messfehler oder ein "unter nie bestätigte wissenschaftlich anerkannte Annahme".

Ich hab folgende Idee, sie geht wahrscheinlich nicht, weil ja sonst schon jemand vor mir das Vorgeschlagen hätte. Aber ich weiss nicht wieso. Ihr könnt es mir aber Erklären :)

Die Idee ist folgende:
Zwei Messuhren räumlich getrennt für eine Distanz/Zeit-Messung des Lichtes
könnte wie folgt Synchronisiert werden: Mit verschränkten Teilchen, z.B. Photonen, auf die beiden Messuhren verteilen, und dort eine Messung des Spins durchführen, und die Synchronisation auf die Messung triggern, weil ja beide Teilchen zum genau gleichen Zeitpunkt "in die Welt gerufen werden" und somit auch ihre Eigenschaft.

Warum den Spin messen? Detektieren der Photonen reicht doch. Ähnelt etwas meiner Idee, die aber - wie gesagt - Richtungsabhängigkeit bereits voraussetzt.

Ich sehe nicht, wie Verschränkung dieses Problem umgehen sollte.

Ich 29.11.20 15:51

AW: Geschwindigkeit von Licht in entgegengesetzten Richtungen gleich?
 
Als Hintergrundinformation: Die Konstanz der Zweiweg-Lichtgeschwindigkeit lässt nur noch Theorien zu, die der SRT mathematisch äquivalent sind. Das heißt, dass auch keine Abweichung vom Relativitätsprinzip gemessen werden kann.

Wenn man dann das Relativitätsprinzip auch in der Theorie als gültig erachtet, kommt man zur SRT und der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit.
Wenn man stattdessen behauptet, das Relativitätsprinzip würde zwar ohne Ausnahme gemessen, sei aber in Wirklichkeit nicht gültig, dann kommt man zur Lorentzschen Äthertheorie (LET). Die ist wie gesagt mathematisch äquivalent, allerdings wird irgendein bestimmtes Inertialsystem zum einzig gültigen erklärt. Alle anderen Systeme unterscheiden sich zwar in nichts, sollen aber in Wirklichkeit z.B. unterschiedliche Lichtgeschwindigkeit in verschiedene Richtungen aufeisen, was durch die spezielle Art von Uhren- und Maßstabsveränderung aber niemandem auffällt.

Das mit dem langsamen Uhrentransport ist eine Konsequenz daraus: In der SRT verstellen sich die Uhren nicht, in der LET schon, allerdings kann man das nicht messen.

Wenn man mit irgendeiner Methode absolute Gleichzeitigkeit definieren könnte - Verschränkung ist das klassische Beispiel, das aber nicht funktioniert - dann wäre die SRT widerlegt. An ihren Platz müsste dann wohl etwas wie eine modifizierte LET treten, die mit dieser Methode klarkommt. Darauf gibt es aber weder theoretisch noch experimentell irgendwelche Hinweise.


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