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Alt 17.12.19, 17:02
Elfulus Elfulus ist offline
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Standard AW: Bohrende Quantenfrage

Zitat:
Zitat von TomS Beitrag anzeigen
Ich denke, wir sollten zunächst mal mit den Basics anfangen:

https://en.wikipedia.org/wiki/Superdeterminism
https://spookyactionbook.com/2013/10...erard-t-hooft/

Die Frage ist, ob wir dem Superdeterminismus folgen und damit sofort alle Forschungsaktivitäten bis hin zu dieser Diskussion hier als sinnlos einstellen - denn wäre der Superdeterminismus zutreffend, wäre auch determiniert, ob jemand der Idee des Superdeterminismus zustimmt oder nicht - oder ob wir die Idee des Bellschen Theorems und der Tests zunächst ohne derartige Schlupflöcher besser verstehen wollen.
Die Prämissen von t'Hooft im zweiten Link umschreiben viele meine Eingangsfragen natürlich wesentlich besser als ich es konnte:
"So, in this sense, superposition is a mental construct, whereas the real world doesn’t really have that. We created a problem by our choice of this convenient tool of quantum mechanics to do our statistics for us?
Yes, there’s no superposition. The only superpositions are in our way of describing what’s going on. "
Klar ist die dann vorgeschlagene superdeterministische Sichtweise aus guten Gründen eine Minderheitenmeinung. Aber, dass durch Superdeterminismus alles inklusive Forschung nun sinnlos würde, nur weil mögliche Falsifizierbarkeit durch "unfreie" Experimentwahl nicht mehr in jedem Fall gegeben sei?
Dabei könnte man doch im "Inneren" dieses superdeterminerten Universums als dessen integraler Bestandteil immer noch nahezu komplette (schon im Urknall "vorgesehene") "System-Selbsterkennung" betreiben. Man würde eben nur an die selben Grenzen stoßen, die man auch vorfindet wenn man aus der subjektiven Ebene heraus Qualia/Bewusstsein und mentale Zustände objektivieren will. Zu einem uns hervorbringenden superdeterminierten aber "determiniert chaotischen" Kosmos hätten wir als untersuchende "Agenten" eine ähnliche Beziehung, wie das "Bewusstsein" zum es hervorbringenden neuronalen Netz. Mit einer ähnlichen Illusion von Freiheit. Diese Illusion wird auch nicht verschwinden, wenn wir Superdeterminismus akzeptieren, genausowenig wie jeder Glaube an Physik verschwunden ist, nur weil plötzlich nicht-lokale und nicht reale Dinge die Basis von allem sein sollten. Im Gegenteil: das wurde sogar zum Mainstream
Illusion von Willensfreiheit ermöglicht die Konzepte Schuld/Verantwortung und Langfristplanung. Illusion von allgemeiner Nichtdeterminiertheit verbunden mit der Idee verallgemeinerbarer Naturgesetzen ruft (bei manchen von uns) Forscherdrang hervor. Beides hat uns scheinbar evolutionäre Vorteile gebracht, weshalb wir ohnehin nicht die Wahl haben, die Illusion im Innersten aufzugeben, sowie wir auch nicht "Nicht-Niesen" können. Deshalb soll man m.E. zumindest nicht Superdeterminismus als Modell auschließen, nur um weiterhin einen Grund zum Forschen zu haben.
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Beste Grüße vom elfulus
They did not know it was impossible so they did it. -Mark Twain-

Geändert von Elfulus (17.12.19 um 17:48 Uhr)
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