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  #1  
Alt 10.12.21, 15:13
Bernhard Bernhard ist offline
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Standard Zukunft der Atomenergie

wie vorgeschlagen, möchte ich hiermit ein neues Thema zur Zukunft der Atomenergie aufmachen.

D.h. Wie steht ihr zu dem geplanten Atomausstieg 2022 ?

Befürwortet ihr diesen Ausstieg aus der industriellen Stromerzeugung per Kernspaltung oder eher nicht.

Ein verwandtes Thema betrifft die zugehörigen militärischen Anwendungen, da mit Hilfe von Kernreaktoren bekanntlich auch waffenfähiges Material erbrütet werden kann. We steht ihr also generell zu einer Politik der Abschreckung durch Atomwaffen? Haltet ihr so eine Politik für angemessen oder eher für nicht mehr zeitgemäß, oder ... ?

Ferner spielt die Atomenergie natürlich noch eine Rolle in der Wissenschaft und der Raumfahrt. Befürchtet ihr diesbezüglich Nachteile für den Standort Deutschland, der sich möglicherweise aufgrund des aktuellen Wahlergebnisses und des geplanten Atomausstiegs ergeben könnte?

Ich hoffe auf einen informativen Gedankenaustausch.
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Freundliche Grüße, B.
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  #2  
Alt 10.12.21, 15:47
Ich Ich ist offline
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Standard AW: Zukunft der Atomenergie

Ehrlich gesagt möchte ich keine Meinungen austauschen, solange wir in scheinbar vollkommen verschiedenen Realitäten leben.
Anscheinend habe ich deinen Beitrag missverstanden: Für mich hast du da aus der Zahl von geschäzten 4000 Todesopfern abgeleitet, dass die verantwortliche Technologie untragbar sei. Das wäre ganz offensichtlich Unsinn, und ich hätte gerne erst mal dieses Missverständnis ausgeräumt, damit wir eine gemeinsame Basis haben.
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  #3  
Alt 10.12.21, 16:14
Bernhard Bernhard ist offline
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Standard AW: Zukunft der Atomenergie

Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
Für mich hast du da aus der Zahl von geschäzten 4000 Todesopfern abgeleitet, dass die verantwortliche Technologie untragbar sei.
Mir ist dabei nicht klar, worauf sich diese Zahl genau bezieht. Geht es dabei um zukünftige, mögliche Todesopfer oder bereits erfolgte Todesfälle?

Ich bin von Todesfällen ausgegangen, die aufgrund von Radioaktivität aus Atomkraftwerken (Tschernobyl ?) bereits aufgetreten sind.
__________________
Freundliche Grüße, B.
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  #4  
Alt 10.12.21, 16:52
Benutzerbild von Geku
Geku Geku ist gerade online
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Standard AW: Zukunft der Atomenergie

Ich bin von dem Link https://de.m.wikipedia.org/wiki/MYRRHA auf das YT Video https://m.youtube.com/watch?v=aAXtlITBkD4 über das Projekt MYRRHA gestoßen.

Im "Atommühl" steckt noch wesentlich mehr Energie als bei der Nutzung im Atomkraftwerk frei gesetzt wird. Diese wird bei der Transmutation frei gesetzt, aber laut Video nicht genutzt. Die nützlose Kühlung ist wieder ein Anschlag auf die Umwelt. Und das für 500 Jahre mit einer Füllung! Der Grund ist wahrscheinlich, dass sich die Abgabe dieser Energie auf diese 500 Jahre erstreckt.
__________________
MFG GEKU

Ge?ndert von Geku (10.12.21 um 17:07 Uhr)
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  #5  
Alt 10.12.21, 17:26
Ich Ich ist offline
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Standard AW: Zukunft der Atomenergie

Zitat:
Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
Mir ist dabei nicht klar, worauf sich diese Zahl genau bezieht. Geht es dabei um zukünftige, mögliche Todesopfer oder bereits erfolgte Todesfälle?

Ich bin von Todesfällen ausgegangen, die aufgrund von Radioaktivität aus Atomkraftwerken (Tschernobyl ?) bereits aufgetreten sind.
Es geht um errechnete Todesfälle aufgrund des Tschernobyl Unfalls, zukünftig wie bereits eingetreten, in den am meisten betroffenen Ländern. Die ich grob in Beziehung gesetzt habe zu den insgesamt im relevanten Zeitraum eingetretenen Todesfällen in ebendieser Region. Näheres ist dem Wikipedia-Artikel zu entnehmen.

Die Gesamtzahl an vorzeitigen Todesfällen wird auf 9000 - 16000 geschätzt.
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  #6  
Alt 10.12.21, 17:46
Bernhard Bernhard ist offline
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Standard AW: Zukunft der Atomenergie

Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
Näheres ist dem Wikipedia-Artikel zu entnehmen.
Ja. Danke. Ich habe den Abschnitt mal als Ganzes kopiert:
Zitat:
Über die weltweiten gesundheitlichen Langzeitfolgen, insbesondere jene, die auf eine gegenüber der natürlichen Strahlenexposition erhöhte effektive Dosis zurückzuführen sind, gibt es seit Jahren Kontroversen. Die WHO hält in einem gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Internationalen Atomenergie-Organisation erstellten Bericht insgesamt weltweit ca. 4000 Todesopfer vor allem durch Krebserkrankungen für möglich. Direkt der Katastrophe zugeschriebene Todesfälle, größtenteils infolge von akuter Strahlenkrankheit, gab es laut diesem Bericht weniger als 50.[2] Die mittelbaren und statistisch ermittelten Todesopferzahlen werden dagegen wesentlich höher beziffert. Die IPPNW bringt in einem Report von 2016 Hunderttausende Todesfälle statistisch in Verbindung mit der Nuklearkatastrophe. Unter gesundheitlichen Spätfolgen leiden demnach Millionen Menschen.[3] Der im Jahr 2008 veröffentlichte Bericht der UNSCEAR kam zu dem Schluss, dass zu diesem Zeitpunkt insgesamt 43 Todesfälle auf den Reaktorunfall zurückzuführen waren.
und weitere auffällige Zahlen hervorgehoben.

Zitat:
Die Gesamtzahl an vorzeitigen Todesfällen wird auf 9000 - 16000 geschätzt.
OK. Dazu kommen dann über 12.500 Evakuierungen aus der Stadt Tschernobyl: https://de.wikipedia.org/wiki/Tschornobyl

Überspitzt formuliert kann ich dazu nun plakativ einige Fragen formulieren:

Was sagt man nun den Angehörigen der Opfer und auch den Menschen, die ihre Heimat ohne deren Zustimmung verlassen mussten?
Hatten die schlicht Pech?
Hat man sie dem Wohlstand der Allgemeinheit geopfert?
Hatten Sie eine Wahl?
War ihnen das Risiko durch das Kraftwerk bewusst?

Wie auch immer man nun zu diesen Fragen steht, so wurde von Ihnen auf jeden Fall ein sehr hoher Preis für den Strom bezahlt, den das Kraftwerk erzeugt hat. Oder nicht?

Soviel also zur Motivation eines typischen Atomkraftgegners.
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Freundliche Grüße, B.

Ge?ndert von Bernhard (10.12.21 um 17:56 Uhr)
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  #7  
Alt 10.12.21, 17:51
Bernhard Bernhard ist offline
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Standard AW: Zukunft der Atomenergie

Zitat:
Zitat von Geku Beitrag anzeigen
Diese wird bei der Transmutation frei gesetzt, aber laut Video nicht genutzt. Die nützlose Kühlung ist wieder ein Anschlag auf die Umwelt. Und das für 500 Jahre mit einer Füllung! Der Grund ist wahrscheinlich, dass sich die Abgabe dieser Energie auf diese 500 Jahre erstreckt.
AFAIK soll die freigesetzte Energie schon genutzt werden.

Hauptzweck von Myrrha ist aber vor allem eine drastische Verkürzung der Halbwertszeiten des radioaktiven Mülls, so dass die Probleme der Endlagerung auf diese Weise gelöst werden können.

EDIT: Ich persönlich bin von diesem Projekt ja ziemlich begeistert, weil sich so die Möglichkeit bietet, alte Mängel der Atomenergie nun endlich zu beseitigen. Erst in dieser Kombination halte ich den Betrieb von AKWs zT für verantwortbar. Ob das auch für dicht besiedelte Gebiete gilt, sei einmal dahingestellt. Deshalb halte ich auch die Fusionsforschung für wichtig und wegweisend.
__________________
Freundliche Grüße, B.

Ge?ndert von Bernhard (10.12.21 um 18:50 Uhr)
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  #8  
Alt 10.12.21, 19:06
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Standard AW: Zukunft der Atomenergie

Zitat:
Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
Hauptzweck von Myrrha ist aber vor allem eine drastische Verkürzung der Halbwertszeiten des radioaktiven Mülls, so dass die Probleme der Endlagerung auf diese Weise gelöst werden können.
Radionukleide werden durch schnelle Neutonen in andere Radionukleide umgewandelt. Die größe Frage ist, ob man den Prozess so steuern kann, dass hauptsächliche kurzlebige Spaltprodukte entstehen.

Wie sieht es mit der Aktivierung von Betriebsmittel, wie Kühlflüssigkeiten und Reaktorgefässe aus? Entsteht hier nicht zusätzlich neuer Atommüll?

Einzig positiv ist, dass der Reaktor in einem unterkritischen Bereich betrieben wird und daher nicht durchgehen kann.

Wenn der Umwandlungsprozess sehr lange dauert (500Jahre)? Wer kann so langlebige Reaktoren bauen? Flüssige Metalle können sehr agressiv sein. Oder muss das Inverement regelmässig in neue Reaktoren umgesiedelt werden?

Ich hoffe auch, dass die anfallende Wärme genutzt wird.

Wird jetzt die Restwärme angebrannter Brennstäbe in Abklingbecken genutzt?
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MFG GEKU
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  #9  
Alt 10.12.21, 19:14
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Standard AW: Zukunft der Atomenergie

Könnte man nicht schon Atomkraftwerke nach diesem Prinzip bauen?

Der Reaktor wird so konzeptiert, dass dieser nur im unterkritischen Bereich betrieben werden kann. Der Kernbrennstoff wird länger ausgenutzt und an Ort und Stelle durch schnelle Neutronen in kürzlebige Spaltprodukte umgewandelt.

Der Nachteil wird sein, dass die Leistung des Rektors stark mit der Betriebszeit abnimmt.

Man würde sich dann eine Spalieranlagen für die Transmutation ersparen.
__________________
MFG GEKU

Ge?ndert von Geku (10.12.21 um 19:23 Uhr)
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  #10  
Alt 10.12.21, 20:21
Bernhard Bernhard ist offline
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Standard AW: Zukunft der Atomenergie

Zitat:
Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
Hauptzweck von Myrrha ist aber vor allem eine drastische Verkürzung der Halbwertszeiten des radioaktiven Mülls, so dass die Probleme der Endlagerung auf diese Weise gelöst werden können.
Stimmt so nicht ganz, aber Myrrha löst einen Teil der Probleme:
https://www.tagesschau.de/ausland/eu...yrrha-101.html
https://www.spektrum.de/news/transmu...roblem/1747754
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Freundliche Grüße, B.
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