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Quantenmechanik, Relativitätstheorie und der ganze Rest. Wenn Sie Themen diskutieren wollen, die mehr als Schulkenntnisse voraussetzen, sind Sie hier richtig. Keine Angst, ein Physikstudium ist nicht Voraussetzung, aber man sollte sich schon eingehender mit Physik beschäftigt haben.

 
 
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  #1  
Alt 10.12.19, 00:48
Elfulus Elfulus ist offline
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Registriert seit: 08.12.2019
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Beiträge: 20
Standard Bohrende Quantenfrage

Als interessierter Laie, der sich auch schon mal an verschiedene Einführungen der QM gewagt hat, konnte ich einen Fragenkomplex für mich immer noch nicht zufriedenstellend beantworten:

1. Braucht man das Konstrukt der Vorstellung, dass sich vor einer Messung alle möglichen Zustände in einer Superposition überlagern, für die QM-Mathematik oder für die Logik/Voraussagen der QM?

2. Muss ein streng deterministisches System vorhersagbar und/oder perfekt messbar sein (nicht nur numerische/statistische Annäherung wie z.B. bei Dreikörperproblem/deterministischem Chaos)?

3. Wenn man 1.+2. ohne "QM-Mathematik-Störung" mit nein beantworten darf, kann man dann nicht naheliegender annehmen, der Zustand eines Quantensystems sei auch schon vor einer Messung derterminiert?

4. Wenn man 3. bejahen kann, wäre es dann nicht unter Annahme dieser Sichtweise völlig normal, dass Messungen an verschränkten Quantenzuständen immer korrelieren, ohne dafür eine mysteriöse Nicht-Lokalität zu bemühen? Schließlich würde man bei Ereignissen (oder Wechselwirkungen), die mehr als eine Zustandsänderung bewirken, kaum darüber staunen, dass diese gemeinsam verursachten Zustandsänderungen bei späteren Messungen nach einer zeitlichen Zustandsentwicklung korrelieren. Das wäre nur dann "nicht-lokal", wenn man jedem einzelnen der beiden nun verschränkten Systeme aufgrund von angeblicher Nicht-Determiniertheit und Superpositon weiterhin ein aus allen möglichen Zuständen überlagertes Eigenleben zuschreibt und auf diese Weise den beiden eigentlich nur korrelierten Messungen eine "spukhafte" nicht-lokale Ursache-Wirkungs-Beziehung andichtet, die sie dann aber genauso wenig hätten, wie gleichzeitg auftretende Storchpopulationen und menschliche Geburtenzahlerhöhungen.

Daher nochmal die Frage: (Wozu) braucht man die Vorstellung von angeblich objektivem Zufall, Indeterminismus und Zustands-Superposition? Bzw., wenn man sie nicht unbedingt bräuchte, warum lässt man sie dann nicht zugunsten von Ockhams Rasiermesser, besserer Verständlichkeit und nicht erforderlicher Nicht-Lokalität / Superposition einfach fallen? Ist es nicht so, dass viele der seltsam anmutenden QM-Interpretationen nur durch das Postulat der Indeterminiertheit und Zustandsüberlagerung mit plötzlicher Projektion/Kollaps nötig werden?

....und....was wären QBits ohne Zustandsüberlagerung?
__________________
Beste Grüße vom elfulus
They did not know it was impossible so they did it. -Mark Twain-
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Stichworte
interpretationen, nicht-lokalität, quantenmechanik, superposition

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