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Quantenmechanik, Relativitätstheorie und der ganze Rest. Wenn Sie Themen diskutieren wollen, die mehr als Schulkenntnisse voraussetzen, sind Sie hier richtig. Keine Angst, ein Physikstudium ist nicht Voraussetzung, aber man sollte sich schon eingehender mit Physik beschäftigt haben.

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  #21  
Alt 06.04.08, 19:26
criptically criptically ist offline
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Registriert seit: 27.01.2008
Beiträge: 639
Standard AW: Frage zu Quarks und Gluonen

Zitat:
Zitat von Uli Beitrag anzeigen
Aber beim Betazerfall des Neutrons werden ja keine Gammas draufgeschossen; ein freies Neutron zerfällt spontan ohne dass eine äußere Einwirkung nötig wäre.
Und warum zerfällt es überhaupt? Was treibt Elektron und Proton auseinander?

Wo war das Antineutrino vorher? Wie unterscheiden sich Neutrino und Antineutrino und wohin verschwinden sie, wenn sie so kleinen Wirkungsquerschnitt haben? Kommen sie wieder auf krummen Bahnen ins Weltall zurück? Werden sie auch im G-Feld abgelenkt und wie stark? Welche Comptonwellenlänge besitzen sie?

mfg
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  #22  
Alt 06.04.08, 21:05
Benutzerbild von Marco Polo
Marco Polo Marco Polo ist offline
Moderator
 
Registriert seit: 01.05.2007
Beiträge: 4.988
Standard AW: Frage zu Quarks und Gluonen

Zitat:
Zitat von Uli Beitrag anzeigen
Soweit ich Kernfusion kenne, setzt diese ein, wenn 2 leichtere Kerne sich hinreichend nahe kommen und via Tunnelung trotz Coulomb-Abstoßung miteinander verschmelzen. Da sind dann meines Wissens die Kernkräfte am Werke. Zusätzlich zum schweren Kern im Endzustand wird dabei meist ein einzelnes Nukleon erzeugt. Ich sehe da keinen Betazerfall, oder ?
Hi Uli,

ich lese gerade eine wenig über die Entwicklung von Sternen. Da bin ich auf die Aussage: "Schwere Elemente entstehen durch Neutroneneinfang und anschliessenden Betazerfall des Neutrons in ein Proton und ein Elektron" gestossen, ohne dass näher darauf eingegangen wurde.

Da in diesem Thread auch der Betazerfall von Neutronen thematisiert wird, habe ich die Aussage einfach mal als Frage hier hereingestellt. Hätte vielleicht dazuschreiben sollen, dass das so in einem Lehrbuch für Astrophysik steht.

Ich bin jetzt aber bei Wikipedia unter "s-Prozess" (langsamer Neutroneneinfangprozess) fündig geworden.

http://de.wikipedia.org/wiki/S-Prozess

Grüssle,

Marco Polo
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  #23  
Alt 06.04.08, 21:19
quick quick ist offline
Guru
 
Registriert seit: 05.05.2007
Beiträge: 742
Standard AW: Frage zu Quarks und Gluonen

Hallo Uli,

Zitat:
Zitat von Uli Beitrag anzeigen
Aber beim Betazerfall des Neutrons werden ja keine Gammas draufgeschossen; ein freies Neutron zerfällt spontan ohne dass eine äußere Einwirkung nötig wäre.
Dieses "Spontane" geschieht aber über mehrere innere Mechanismen, die ihrerseits mit mindesten 4 verschiedenen Zerfallskonfigurationen verknüpft sind.
Aus dem Übergangsmatrixelement läßt sich die Lebensdauer des Neutrons abschätzen, also muß dies dem "kurzlebigen Zwischenzustand" entsprechen. Ob dabei eine starke oder schwache WW enthalten ist, spielt m.E. für die Existenz eines anzunehmenden Zwischenzustands keine Rolle.
Zitat:
Zitat von Uli Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von quick
Könnte man nicht annehmen, dass der Zerfall über die schwache Wechselwirkung mit W-Boson eingeleitet wird, um dann schnell "via starker WW" zu zerfallen?
Ich weiß von keiner Beobachtung, die eine solchen Annahme stützt.
In obigem Link steht einiges unter "Hinweis zur W-Emission im n-Zerfall". Geht das in die Richtung meiner Vermutung? Ich kann das nicht interpretieren.
Wärst Du so nett? (Für Dummies bitte)
Merci vielmals, im Voraus.

mfg
quick
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  #24  
Alt 06.04.08, 21:45
Uli Uli ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 01.05.2007
Beiträge: 1.802
Standard AW: Frage zu Quarks und Gluonen

Zitat:
Zitat von quick Beitrag anzeigen
...
In obigem Link steht einiges unter "Hinweis zur W-Emission im n-Zerfall". Geht das in die Richtung meiner Vermutung? Ich kann das nicht interpretieren.
Wärst Du so nett? (Für Dummies bitte)
Merci vielmals, im Voraus.

mfg
quick
Da steht im wesentlichen, dass das W-Boson nicht nur eine Vektorkopplung sondern auch eine Axialvektorkopplung an die Fermionen aufweist; das ist die berühmte V-A -Struktur der schwachen Wechselwirkung. Das ist im Gegensatz zur elektromagnetischen WW, wo das Photon eine reine V -Kopplung aufweist. Diese V-A -Struktur ist ja die Ursache für die Paritätsverletzung der schwachen WW; sie ist auch dafür verantwortlich, dass die schwache WW (d.h. die W-Bosonen) nur an linkshändige Fermionen (bzw. rechtshändige Ant-Fermionen) koppelt.

Von einem Zwischenzustand ist keine Rede.

Leider kann man die Lebensdauer des Neutrons im Standardmodell nicht exakt berechnen, obwohl die Struktur der schwachen WW so genau bekannt ist. Der Grund ist, dass das Standardmodell eine Theorie von Quarks, Leptonen und Eichbosonen ist. Man könnte eine genaue Vorhersage für die Lebensdauer des im Neutron enthaltenen down-Quarks machen, das ja via Beta-Zerfall in ein Up-Quark + Elektron + Antineutrino zerfällt. Nur würde man dabei die Bindung der Quarks zum Nukleon vernachlässigen und einen großen Fehler machen. Die Kernkräfte spielen hier also durchaus eine Rolle, auch wenn sie für den eigentlichen Zerfall nicht verantwortlich sind.

Ich hoffe mal, dass das was mit deiner Frage zu tun hat und halbwegs verständlich war ?

Gruß,
Uli
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  #25  
Alt 06.04.08, 21:48
Uli Uli ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 01.05.2007
Beiträge: 1.802
Standard AW: Frage zu Quarks und Gluonen

Zitat:
Zitat von Marco Polo Beitrag anzeigen
Hi Uli,
...
http://de.wikipedia.org/wiki/S-Prozess

Grüssle,

Marco Polo
Das klingt allerdings genauso wie du vermutest. Da hatte ich eine Bildungslücke,

Gruß,
Uli
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  #26  
Alt 06.04.08, 21:56
Uli Uli ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 01.05.2007
Beiträge: 1.802
Standard AW: Frage zu Quarks und Gluonen

Zitat:
Zitat von criptically Beitrag anzeigen
Und warum zerfällt es überhaupt? Was treibt Elektron und Proton auseinander?

Wo war das Antineutrino vorher? Wie unterscheiden sich Neutrino und Antineutrino und wohin verschwinden sie, wenn sie so kleinen Wirkungsquerschnitt haben? Kommen sie wieder auf krummen Bahnen ins Weltall zurück? Werden sie auch im G-Feld abgelenkt und wie stark? Welche Comptonwellenlänge besitzen sie?

mfg
Wenn du mir eine einzelne Frage gestellt hättest, hätte ich vielleicht mal geschaut, ob ich sie bantworten kann. Mit deinem Katalog von Fragen willst du aber wohl eher andeuten, dass du von den Erkärungen des Standardmodells nichts hältst.

Und das, obwohl du deine absurden "Ätherteilchen" (virtuelle Teilchen-Antiteilchen-Paare) dem Standardmodell "entnommen" hast.
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  #27  
Alt 08.04.08, 05:19
quick quick ist offline
Guru
 
Registriert seit: 05.05.2007
Beiträge: 742
Standard AW: Frage zu Quarks und Gluonen

Hallo Uli,

Danke, war alles verständlich, aber leider nicht so, wie ich es erhofft hatte.
Zitat:
Zitat von Uli Beitrag anzeigen
Von einem Zwischenzustand ist keine Rede.
Stimmt, vielleicht ist mein "Problem" mit dem Zwischenzustand auch nur eine Geschmacksfrage akademischer Natur.
Habe mich nochmal so gut ich konnte mit "Vorlesungsnotizen" über die Schwache WW vergnügt.
Die Pionen bei der Photoproduktion können auch als Zwischenstufe angesehen werden, aber das wäre nicht das, was ich meine.
Es entspricht eher dem von mir eingezeichneten roten Punkt im Feyman-Diagramm
f2.jpg
Beachte bitte auch den Text: "..W-Boson wird emittiert.." . Von was? frage ich, -natürlich von einem Zwischenzustand, wie ich ihn meine.
Dann kann man hier sehen, was in der Folge mit einem W-Boson alles geschehen kann,
list.jpg
wobei letztlich nur Elektronen, Neutrinos und Photonen herauskommen.
Der Zustand, welcher für die Deltaresonanz verantwortlich ist (aber nie direkt dingfest gemacht worden ist), repräsentiert m.E. -wenn nicht den gleichen- dann doch ähnlichen Zustand, wie er beim Zerfall des freien Neutrons auftritt.
Natürlich kann man nun argumentieren, dass dabei nichts angeregt wird.
Das ist aber nicht der Punkt. Könnte dieser Zustand nicht auch durchtunnelt werden? -halt mit geringerer Wahrscheinlichkeit (Halbwertzeit 15 min).
Die kurzlebigen Zwischenprodukte könnten mangels Energie den Kern nicht verlassen, zerfallen aber weiter.
Im Endeffekt sehe ich das im spontanen Zerfall begriffene Neutron wie die durch Photonen angeregte Delta-Resonanz des Neutrons im unteren Energiebereich.
So gesehen kann man dem natürlichen Zerfall durch geeignete Photonen auf die "Sprünge" helfen, was mich zugleich auf die Idee bringt, ob man das nicht auch so bei gefährlichem, radioaktiven Müll machen könnte.

mfg
quick
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