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Quantenmechanik, Relativitätstheorie und der ganze Rest. Wenn Sie Themen diskutieren wollen, die mehr als Schulkenntnisse voraussetzen, sind Sie hier richtig. Keine Angst, ein Physikstudium ist nicht Voraussetzung, aber man sollte sich schon eingehender mit Physik beschäftigt haben.

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  #21  
Alt 26.03.18, 01:12
Benutzerbild von soon
soon soon ist offline
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Beiträge: 480
Standard AW: Gedanken zum Thema "Multiversum"

Zitat:
Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
In einem unendlich ausgedehnten Universum wird alles Mögliche irgendwo auch realisiert...
"... irgendwo auch realisiert" trifft es nicht.

'Alles Mögliche' würde unendlich oft, unendlich oft, unendlich oft, ... , unendlich oft realisiert.

'Unendlich' ist in der Mathematik als Grenzwert hilfreich, führt aber in der Physik als vermeintlicher 'Joker' bei der Suche nach Lösungen für konkrete Probleme in eine Sackgasse, meiner Meinung nach.
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  #22  
Alt 26.03.18, 11:02
Niko176 Niko176 ist offline
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Standard AW: Gedanken zum Thema "Multiversum"

Zitat:
Zitat von soon Beitrag anzeigen
"... irgendwo auch realisiert" trifft es nicht.

'Alles Mögliche' würde unendlich oft, unendlich oft, unendlich oft, ... , unendlich oft realisiert.

'Unendlich' ist in der Mathematik als Grenzwert hilfreich, führt aber in der Physik als vermeintlicher 'Joker' bei der Suche nach Lösungen für konkrete Probleme in eine Sackgasse, meiner Meinung nach.

Es ist aber auch kein Wunschkonzert - von daher wird man mit der "Sackgasse"
zwangsläufig leben müssen. Ich hätte jetzt kein Problem damit, aber mir ist klar, dass die Vorstellung der Unendlichkeit den meisten Menschen Schwierigkeiten bereitet. Und auch Computer kommen nicht damit klar - beim Versuch durch 0 zu teilen ist auch der Rechner überfordert.

Unendlichkeit lässt sich wohl auch nur schwer in einem Rechner simulieren. Nehmen wir an wir würden unendlich viele Murmeln auf einem Rechner in einer Simulation darstellen wollen - früher oder später käme der Computer an seine Grenzen, da seine Rechenleistung nicht für unendlich viele Objekte ausreichen dürfte.

Du hast das Prinzip schon gut verstanden - wie du schon schreibst, findet alles zwangsläufig unendlich statt.

Sprich, wenn ich Samstag Lotto spiele, müssten unendlich viele Kopien von mir das auch tun. Unendlich viele Kopien von mir würden verlieren, aber trotz der geringen Wahrscheinlichkeit würden ebenso unendlich viele Kopien von mir gewinnen!

Denn Wahrscheinlichkeiten spielen in der Unendlichkeit keine Rolle - da jedes noch so unwahrscheinliche Ereignis zwangsläufig unendlich oft stattfinden muss.

Von daher ist es kein "Wunder", dass wir existieren, nein, es ist ein zwangsläufiger Vorgang! Weil unsere Existenz eine Möglichkeit ist, müssen wir meiner Meinung nach existieren.

Das einzige was wir nicht wissen ist, in welchen Universen wir existieren und in welchen nicht. Würde man aber alle Universen der Reihe nach wie am Fließband kontrollieren können, würden wir nach einer gigantisch großen Anzahl von Universen immer wieder auf Kopien von uns stoßen.

Ich weiß, dass viele sich das ganze lieber anders gewünscht hätten. Ein einfacher Lego-Bausatz, der plausibel erklärt, wie die Dinge funktionieren.
Aber so läuft es nicht - das ganze ist wie gesagt kein Wunschkonzert.

Wer Schwierigkeiten mit der Vorstellung der Unendlichkeit hat sollte sich so lange zwischen zwei Spiegel setzen, bis er ein Gefühl dafür entwickelt..
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  #23  
Alt 26.03.18, 12:17
Slash Slash ist offline
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Registriert seit: 30.07.2008
Beiträge: 423
Standard AW: Gedanken zum Thema "Multiversum"

Zitat:
Zitat von Niko176 Beitrag anzeigen
Und auch Computer kommen nicht damit klar - beim Versuch durch 0 zu teilen ist auch der Rechner überfordert.
Nein, ist er nicht.

Er gibt den Fehler "Division durch Null" aus, was richtig ist.

Denn unendlich mal die 0 von 10 abgezogen gibt immer noch 10, somit ist 10 / 0 auch nicht unendlich und es gibt keine sinnvolle Zahl, die man nennen könnte.
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  #24  
Alt 26.03.18, 13:39
pauli pauli ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 03.06.2007
Beiträge: 1.292
Standard AW: Gedanken zum Thema "Multiversum"

Zitat:
Zitat von Niko176 Beitrag anzeigen
Das Problem ist eher dein fehlendes Verständnis für Wahrscheinlichkeiten!

Erklär mir doch dann bitte mal wie die Dunkle Energie so perfekt abgestimmt sein konnte und einen Wert mit 122 Nullen hinter dem Komma EXAKT erfüllen konnte! Bei der geringsten Abweichung von diesem Wert hätte unser Universum nicht in der Form existieren können!

Ist dir eigentlich klar wie EXTREM unwahrscheinlich es ist, dass GENAU dieser Wert beim Urknall vorhanden war und nicht ein X-beliebiger anderer Wert?

Offensichtlich ist es dir nicht klar.

Mathematisch ist das Multiversum und die darin verankerte Unendlichkeit die perfekte Erklärung - nur so lässt sich das beinahe unmögliche (nämlich das wir überhaupt existieren) erklären.
Warum sollte ich was erklären, du erklärst ja auch nichts sondern nimmst nur irgendwas an und ziehst Schlüsse daraus, die nur von deiner Wunschvorstellung geprägt sind
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  #25  
Alt 26.03.18, 13:41
pauli pauli ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 03.06.2007
Beiträge: 1.292
Standard AW: Gedanken zum Thema "Multiversum"

Zitat:
Zitat von Niko176 Beitrag anzeigen
Ich würde es so verstehen, dass sich das Universum zwar unendlich ausdehnen wird.

Aber das Multiversum mit seinen unendlich vielen Universen würde sich ebenso unendlich ausdehnen und dabei permanent neue Universen erzeugen, die sich tendenziell voneinander entfernen dürften. Ähnlich wie sich Sterne innerhalb unseres Universums tendenziell immer weiter voneinander entfernen.


Nach meiner Überzeugung wird man früher oder später zu dem Schluss kommen, dass man ohne Unendlichkeit keine Existenz erklären kann.

Selbst wenn man "Gott" als Begründung anführen möchte, würde man auch dessen Existenz nur mit der Unendlichkeit erklären können, denn selbst hat er sich ganz bestimmt nicht geschaffen. Und das ist doch wohl auch der Grund, warum die Wissenschaft sich niemals mit einem auf "Gott" basierten Lösungsansatz zufrieden geben kann. Nicht einmal dann, wenn der alte Mann auf einer Wolke schwebend vor uns erscheinen würde.

Man wird meiner Überzeugung nach immer am Ende auf die Unendlichkeit als übergeordnete Instanz kommen. Und ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, wo dabei das Problem liegt und wieso die Theorie so viel Skepsis erntet.
"Nach meiner Überzeugung" ist im Grunde alles was du zu bieten hast
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  #26  
Alt 26.03.18, 14:53
Benutzerbild von soon
soon soon ist offline
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Beiträge: 480
Standard AW: Gedanken zum Thema "Multiversum"

Zitat:
Zitat von Niko176 Beitrag anzeigen
Ich hätte jetzt kein Problem damit, aber mir ist klar, dass die Vorstellung der Unendlichkeit den meisten Menschen Schwierigkeiten bereitet.
Und ich hab jetzt gedacht, dass ich lange genug Mathematik studiert habe, um sagen zu können, dass nur die Menschen keine Schwierigkeit mit der Vorstellung von Unendlichkeit haben, denen es ein wenig an mathematischem Verständnis mangelt.


Zitat:
Zitat von Niko176 Beitrag anzeigen
Denn Wahrscheinlichkeiten spielen in der Unendlichkeit keine Rolle - da jedes noch so unwahrscheinliche Ereignis zwangsläufig unendlich oft stattfinden muss.
Die Logik dahinter bezweifelt niemand. Sie ist einfach und führt aber leider zu gar nix, weil du eine beliebige Voraussetzung festlegst, für die es weder einen konkreten Hinweis noch eine Notwendigkeit gibt.


Zitat:
Zitat von Niko176 Beitrag anzeigen
Von daher ist es kein "Wunder", dass wir existieren, nein, es ist ein zwangsläufiger Vorgang! Weil unsere Existenz eine Möglichkeit ist, müssen wir meiner Meinung nach existieren.
Nein, dass unsere Existenz ein zwangsläufiger Vorgang war ergibt sich schon aus der Tatsache, dass wir existieren, dafür braucht es keinen Unendlich-Kram.



Der Schluss von Feinabstimmung zu Viele Welten liegt ganz wo anders.

Und die eigentlich interessanten Fragen sind dir gar nicht klar, glaube ich.

Beispiele für interessantere Fragen:

Das Objekt, das wir Universum nennen ist ein dynamisches System, d.h. es entwickelt sich. Dynamische Systeme haben Eigenschaften. Sie können z.B. relativ stabil sein und dabei eine Weiterentwicklung über eine längere Folge von Entwicklungszuständen erreichen.

Instabil wird so ein System, wenn es rasant schnell, d.h. in grossen Entwicklungsschritten (bzgl. bestimmter Parameter) gegen Unendlich oder Null läuft. Eine Weiterentwicklung ist dann nicht mehr möglich und das Objekt ist abgeschlossen.

Welche Voraussetzungen sind notwendig, damit ein System/physikalisches Objekt möglichst lange stabil bleibt?

Welche Rolle spielen physikalische Gesetze und Naturkonstanten? Sind sie eine Folgeerscheinung unter der Voraussetzung einer stabilen Entwicklung?

Entstehen dabei grundsätzlich komplexe Strukturen wie das, was wir 'Leben' nennen oder sogar komplexere Strukturen?

Was hat es mit den fraktalen Eigenschaften von Objekten auf sich? Erben Objekte die Eigenschaften seiner fraktalen Teile? Z.B. die begrentze Anzahl möglicher Zustände?

Wie empfindlich gegenüber den Anfangsbedingungen ist die mögliche Dauer einer relativ stabilen Entwicklung?

Kommt bei minimal anderen Anfangsbedingungen auf Dauer etwas anderes heraus?

Welche Gemeinsamkeiten gibt es dennoch?

Kommt jedes dynamische System zu einem Ende?



Wenn solche und ähnliche Fragen irgendeinen Gehalt haben, dann kann man in Betracht ziehen, dass die Natur Systeme wie unser Universum milliardenfach, oder wer weiß wie oft, ausprobiert.

Insbesondere sind dann komplexe Stukturen wie 'Leben' normal statt außergewöhnlich.
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  #27  
Alt 26.03.18, 21:16
Niko176 Niko176 ist offline
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Standard AW: Gedanken zum Thema "Multiversum"

Zitat:
Zitat von pauli Beitrag anzeigen
"Nach meiner Überzeugung" ist im Grunde alles was du zu bieten hast
Das hat die Kirche wohl auch zu denen gesagt, die davon überzeugt waren, dass die Erde rund ist.

Leider schafft die Unendlichkeit auch Individuen, die den Wald vor lauter Bäume nicht sehen können. Das ist bedauerlich für diese Individuen, aber nunmal nicht mein Problem.
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  #28  
Alt 26.03.18, 21:35
Niko176 Niko176 ist offline
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Standard AW: Gedanken zum Thema "Multiversum"

Zitat:
Zitat von Slash Beitrag anzeigen
Nein, ist er nicht.

Er gibt den Fehler "Division durch Null" aus, was richtig ist.

Denn unendlich mal die 0 von 10 abgezogen gibt immer noch 10, somit ist 10 / 0 auch nicht unendlich und es gibt keine sinnvolle Zahl, die man nennen könnte.

Er gibt den Fehler aber nur dann aus, wenn eine Programmroutine die Endlosschleife verhindert, die eigens dafür programmiert wurden. Im Grunde wird damit aber nur die Rechenaufgabe abgebrochen, bevor der Computer den Versuch startet, allen
ernstes durch 0 zu teilen. Und ob du es glaubst oder nicht, Computer sind beim versuch bereits abgestürzt, wenn sie nicht durch eine Programmroutine davor geschützt waren (was sie heutzutage aber in der Regel sind).
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  #29  
Alt 26.03.18, 21:40
Niko176 Niko176 ist offline
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Zitat:
Zitat von soon Beitrag anzeigen
Nein, dass unsere Existenz ein zwangsläufiger Vorgang war ergibt sich schon aus der Tatsache, dass wir existieren, dafür braucht es keinen Unendlich-Kram.
Doch, denn der "Unendlich-Kram" ist die Erklärung dafür.

Die bloße Tatsache dass wir existieren erklärt nämlich nichts. Als Konkurrent für die Unendlichkeit bleibt leider nur noch Gott übrig und da auch er sich nicht selbst geschaffen haben kann, ist der eindeutige Logiksieger für den Titel des "Schöpfers" nun einmal die Unendlichkeit.
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  #30  
Alt 26.03.18, 21:50
Slash Slash ist offline
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Registriert seit: 30.07.2008
Beiträge: 423
Standard AW: Gedanken zum Thema "Multiversum"

Zitat:
Zitat von Niko176 Beitrag anzeigen
Er gibt den Fehler aber nur dann aus, wenn eine Programmroutine die Endlosschleife verhindert, die eigens dafür programmiert wurden. Im Grunde wird damit aber nur die Rechenaufgabe abgebrochen, bevor der Computer den Versuch startet, allen
ernstes durch 0 zu teilen. Und ob du es glaubst oder nicht, Computer sind beim versuch bereits abgestürzt, wenn sie nicht durch eine Programmroutine davor geschützt waren (was sie heutzutage aber in der Regel sind).
Hochinteressant, dann lag es also an einem Softwarefehler.

Du schriebst:
Zitat:
die Vorstellung der Unendlichkeit den meisten Menschen Schwierigkeiten bereitet. Und auch Computer kommen nicht damit klar - beim Versuch durch 0 zu teilen ist auch der Rechner überfordert.
Was hat denn geteilt 0 mit unendlich zu tun, außer der naiven Vorstellung, dass irgendeine Zahl geteilt durch 0 = unendlich sei?
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